Highlights-Auftakt gelungen

Die Beleuchtung unserer Städte ist ein Problem für die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch für die Himmelsbeobachtung als Naturerlebnis. Wie stark die Beleuchtung die natürliche Dunkelheit stört, konnten Bürgerinnen und Bürger aus Bonn Ende März und Anfang April in einer Messkampagne selbst erkunden.

Mit rund 50 auswertbaren Beobachtungen im Messzeitraum Ende März/Anfang April konnten die Bürgerforscher dabei einen wichtigen Beitrag zur Vermessung der Himmelshelligkeit liefern. Die Qualität des Nachthimmels in einem Umkreis von 40 Kilometern um Bonn reichte von sehr gut (Sterne der dunklen Helligkeitsklasse 6 waren noch sichtbar) bis sehr schlecht (nur Sterne der Helligkeitsklasse 2 waren zu erkennen – hellere Sterne haben bei den Astronomen kleinere Größenklassen). Die meisten Beobachtungen aus dem Bonner Stadtgebiet waren dabei im mittleren Bereich um 3–5 Größenklassen.

Das Ergebnis mit so vielen Messpunkten hilft den Forscherinnen und Forschern der Projekte "Globe at Night" und "Verlust der Nacht" nun, ihre Satellitendaten mit den Beobachtungsdaten von der Erde abzugleichen. Dr. Christopher Kyba von Verlust der Nach freut sich: "Berücksichtigt man das grundsätzlich eher schlechte Wetter, dann ist das ein großartiges Ergebnis. Wenn jede Stadt in der Welt so viele Daten pro Kopf liefern würde, dann wäre unser Projekt im besten Zustand!" Damit verbunden ist die Einladung, auch in Zukunft Messdaten an die Projekte zu senden.

Die Veranstaltung "Highlights der Physik", die im September in Bonn gastiert, belohnte den Einsatz mit einer Verlosung von Einlasskarten für die Eröffnungsshow am 16. September mit Moderator Ranga Yogeshwar und vielen Gästen aus Forschung und Politik. Die Gewinner sind René Pflüger, Kerstin Holbe, Dr. Horst Spiegel und Kurt Gusbeth

Bürgerforschungsprojekt "Bonner Nachthimmel"

Gemeinsam mit der Volkssternwarte laden die "Highlights der Physik" alle Bonnerinnen und Bonner ein, in der mondlosen Zeit vom 24. März bis zum 6. April die Lichtverschmutzung der Stadt zu messen. Alle, die sich daran beteiligen, können Eintrittskarten für die Highlights-Show mit Ranga Yogeshwar im September im Telekom Dome gewinnen.

In dem Projekt "Bonner Nachthimmel" geht es darum, die Lichtverschmutzung durch Straßenbeleuchtung, Fassadenbeleuchtung etc. zu kartieren. Mit dem Projekt wird ein wichtiger Beitrag zur Vermessung des städtischen Störlichts in Bonn geleistet. Gleichzeitig werden die Bürgerinnen und Bürger auf das Phänomen Lichtverschmutzung aufmerksam gemacht. Die negativen Folgen der Lichtverschmutzung sind Störung der Tierwelt, des gesunden Schlafs der Bevölkerung und der wissenschaftlichen Himmelsbeobachtung, besonders der Astronomie. Abhilfe können besser geformte Lampen und das Abschalten unnötiger Beleuchtung schaffen.

Wie kann ich mitmachen?
Da die genaue Vermessung der Grenzhelligkeit nur in mondfreien Nächten zuverlässig funktioniert, findet die Kampagne zum Bonner Nachthimmel vom 24. März bis 6. April statt. (Während man mit der App schon ab dem 24. März Daten einreichen kann, geht das mit der Globe-at-Night-Website leider erst ab dem 27. März.) Über der aufgehellten Lichtglocke einer Stadt sind meist nur wenige Hundert Sterne zu sehen – die hellsten aller Sternbilder – während in dunkler Umgebung mehrere Tausend Sterne und das Band der Milchstraße das Firmament erstrahlen lassen. Um also zu vermessen, wie hell der Nachthimmel ist, müssen Sie ermitteln, welche Sterne gerade eben noch sichtbar sind – welche "Grenzhelligkeit" erreicht wird.

Für die einfachste Methode suchen Sie zunächst ein bestimmtes Sternbild – in diesem Fall den Löwen. Er befindet sich am Abend im März/April im Süden etwa auf halber Höhe. Der Löwe ist gut erkennbar und besteht in seiner Grundstruktur aus 9 Sternen der Helligkeitsstufen 2 bis 4. Dabei sind dunklere Sterne mit einer größeren Helligkeitszahl ("Größenklasse") versehen.

Nun vergleichen Sie die in dieser Himmelsregion sichtbaren Sterne mit den verschiedenen Sternkarten, die Sie auf globeatnight.org finden (dazu erst Ort und Datum auswählen). Wenn die sichtbaren Sterne mit den auf der Sternkarte sichtbare Sternen übereinstimmen, dann können Sie aus der Helligkeitsklasse der dunkelsten Sterne dieser Karte die Grenzgröße des Himmels bestimmen – ein Maß für die Aufhellung. In dunkelsten Regionen außerhalb der Stadt werden Sie Sterne bis Größenklasse 6 und darüber erkennen können, direkt in der hell erleuchteten Innenstadt ist vielleicht schon bei Größenklasse 2 oder 3 Schluss, so dass selbst die Hauptsterne des Löwen nicht vollständig sichtbar sind. Beobachtungsort und -zeit sowie das Ergebnis tragen Sie auf globeatnight.org ein. Bevor Sie die Seite absenden, machen Sie bitte ein Bildschirmfoto, dass Sie für die Teilnahme der Verlosung der Tickets für die Highlights-Show an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! senden. Auch wenn Sie mit der App "Verlust der Nacht" (für Android und iOS) Daten einreichen, können Sie mit einem Bildschirmfoto an der Verlosung teilnehmen.

Auch für alle, die lieber fotografieren als Sterne zu zählen, gibt es die Chance auf Karten für die Highlights-Show: Fotografieren Sie besonders spektakuläre, schöne oder scheußliche Lichtquellen in Bonn und Umgebung. Das geht auch, wenn Wolken den Blick auf die Sterne versperren. Eine Jury wird die drei aufregendsten Bilder auswählen und mit je zwei Einlasskarten für die Show belohnen.

Die Screenshots zur Teilnahme an der Verlosung und ihre Fotobeiträge senden Sie bitte bis zum 6. April 2019 an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Sie posten sie mit den Hashtags #nachthimmelbonn und #hdp19 sowie unter Angabe des Namens, unter dem Sie genannt werden wollen: @HighlightsDerPhysik bei Facebook oder @highlightphysik bei Twitter und Instagram.

Kurzanleitung zu den Sternkarten

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Auf der Übersichtskarte des Himmels erkennt man das Sternbild des Löwen. Der Löwe ist im Frühjahr sehr leicht in Richtung Südosten in etwa halber Höhe zum Zenit zu erkennen – auch bei vergleichsweise hellem Nachthimmel. Wie stark aufgehellt der Himmel an ihrem Standort tatsächlich ist, kann man mit den vier Detailkarten gut abschätzen: Entscheiden Sie, wie der Löwe bei Ihnen tatsächlich aussieht! Inmitten einer hell erleuchteten Stadtregion sieht man möglicherweise noch weniger Sterne als in Bild 1, in einer dunklen Gegend fernab von Störlicht durfte man den Löwen wie auf Bild 4 erkennen. Die Einordnung ihrer Beobachtung in eine der vier Sternkarten ist dabei identisch mit den Himmelkartierungen, wie sie bei "Globe at Night" durchgeführt werden. Nehmen Sie also die vier Sternkarten einfach auf ihren Abendspaziergang im Zeitraum 24.3. bis 6.4. mit und reichen Sie ihre Beobachtungsdaten ein.

Ganz aktuell ist von der Vereinigung der Sternfreunde dieses sehr ausführliche Informationsblatt (PDF-Datei) mit Messanleitung erstellt worden. Damit können Sie Ihre Messung ganz einfach ohne Computer durchführen – nur ausdrucken, mitnehmen und Messdaten eintragen. Dann später zu Hause in Ruhe an das System übertragen.